Ein Menschlein blickt nach oben
und sprach:
„Ach – mein lieber Gott,
vielerorts Verbrecher toben,
es herrscht der Wahnsinn – auch der Spott.“

„Die Armen werden immer mehr
– ihr Schicksal liegt in Reichen Hand.
Man schiebt sie hin, man schiebt sie her
– am liebsten aus dem eignen Land.“
„Der Größenwahn hat Konjunktur
bei Menschen, die zum Mensch nicht taugen.
Reichtum ist ihr sinnen nur
– ihr sinnen, Menschen auszulaugen.“
„Auch der, bis dato brave Mann
muß unbedingt nach Höh’rem streben
weil er es einfach nicht mehr kann,
genügsam sein – zufrieden leben.“

„Gemordet wird um ein paar Kröten,
nicht selten auch in deinem Namen.
Sag, ist dies alles denn  von Nöten:
Haß, Neid, Kriege – all‘ die Dramen?“
Amen!

———————-

Gott sprach darauf:
„Jetzt hör‘ mir zu!
Laß mich mit deinem Fleh’n in Ruh‘!
Ich habe Euch Verstand gegeben
und Unverstand ist Euer Leben.“
„Mißgunst, Habgier, Sucht  und Lügen;
mich, andere – euch selbst betrügen;
Gutes ächten, Böses küren;
sinnlos streiten, Kriege führen;
die Worte jener Menschen glauben,
die euch Verstand und Euro rauben;
Verbrechen gegen die Natur
aus Idiotie – für Luxus nur.“
„Nehmen nur – und nur nichts geben
– das ist vieler Menschen Leben.“

—————-
„Des Elends – Kranken und den Armen
habt ihr Euch selber zu erbarmen.
Sorgt selbst dort unt‘ für Ordnung, Recht.
Will Euch nicht Richter sein – noch Knecht.
Ich lasse mich, als Gott und Alten,
von Euch nicht mehr zum Narren halten.“

„Hört ihr nicht auf mit diesem Wahn,
werf‘ ich die Erde aus der (ihrer) Bahn.“
 
Erwin P. Kandel
 
 
Mehr meiner Gedichte finden Sie hier.

Zeichnung: Otto Greiner

Gebete sind Worte, die in den Wind gesprochen.

 

Erwin P. Kandel

 

 

Allein der Glaube an Gott darf nicht genügen, um dereinst in den Himmel zu kommen.

Die Voraussetzung muss vielmehr ein, in jeder Hinsicht ehrenhaftes Leben auf Erden sein. Ein Leben nach den Geboten der Menschlichkeit.

Dies sollte einem, über alles erhabenen Gott wichtiger sein als der Glaube an ihn. Denn nicht jeder kann, aus welchen Gründen auch immer, an einen Gott glauben. Aber ein jeder kann, wenn er nur will, ein anständiger und ehrenhafter Mensch sein.

Nicht der Gottlose soll verdammt sein – sondern der Zügel- und Maßlose.
Der Verbrecher.

Sollte ich mich irren, muß ich an den Großmut und der Gerechtigkeit Gottes zweifeln.

Erwin P. Kandel

 
 
© DAPD
Katholische Christen auf den Philippinen lassen sich am Karfreitag geißeln und kreuzigen. Sie hoffen so, heilende Kräfte zu erlangen. Außerdem sind die blutigen Passionsspiele inzwischen Touristenattraktionen.

Ohne Kommentar
Erwin P. Kandel

 

Mein lieber Gast,
  • Sie wollen wirklich  nach dem irdischen Tod für eine Ewigkeit in einem Paradies weiterleben?
  • Eine Ewigkeit lang – soweit wir diese überhaupt begreifen können – auf einer Wolke sitzen und Hosiana singen?
  • Eine Ewigkeit lang den Mund halten, wenn Ihnen an der göttlichen Führung etwas nicht passt?

Und wer weiß schon, was da oben alles verboten ist – was man an, auf Erden Liebgewonnen nicht mehr machen darf. Ich denke da an die kleinen „Sünden“, die uns den Alltag versüßten.

Für manchen eine harte und lange Zeit; vorallem aber eine stinklangweilige.

In Anbetracht dieser und vielleicht auch noch anderer Unannehmlichkeiten wird der Tag kommen, in dem Sie wünschten, entgültig tot zu sein. Also überlegen Sie sich es gut, bevor Sie ihren Hergott ständig um ein Leben in Ewigkeit bitten und ihm womöglich damit auch noch auf die Nerven gehen.

Wenn er für Sie ein Weiterleben in einem Paradies vorgesehen hat, kommen Sie auch rein –  ob Sie dafür gebetet haben oder auch nicht gebetet haben.

Erwin P. Kandel

 

… sind ein bisschen wie Lotterie spielen –
entweder sie bringen etwas oder sie bringen nichts.

Erwin P. Kandel

 

… sind Spielarten unserer Gedanken – die Gedanken selbst leicht beeinflussbare, launenhafte und oft wahnwitzige Gesellen.

Beide, der Glaube und die Philosophie, unterscheiden sich grundsätzlich: Während die Philosophie die Wahrheit sucht, glaubt der Glaube diese bereits zu kennen.

Wissenswertes zu den Gedanken  – Quelle: Wissenspool.deEtwa 60 000 Gedanken denkst Du als Mensch im Durchschnitt täglich

    • 3%    aufbauende, hilfreiche Gedanken, die Dir selbst oder anderen nützen
    • 25%    destruktive Gedanken, die Dir selbst oder anderen schaden
    • 72%    flüchtige, unbedeutende Gedanken, die nur vergeudete Zeit und Energie sind.

    Man braucht sich deshalb also nicht wundern, wenn man bei dieser Fülle von Gedanken einmal etwas durcheinander bringt.

    Erwin P. Kandel